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Bewertungsskala

Was bedeuten «in der Regel» und «meist» im Arbeitszeugnis?

««in der Regel», «meist», «grundsätzlich»»

Was bedeutet das?

Einschränkende Adverbien sind die leisen Abwertungen der Zeugnissprache. «Arbeitete in der Regel zuverlässig» bedeutet: Es gab Ausnahmen, und der Arbeitgeber wollte sie festhalten. «Grundsätzlich» ist besonders tückisch — im Alltagsdeutsch klingt es bekräftigend, in der Zeugnis-Lesart heisst es: im Grundsatz ja, im konkreten Fall häufig nein. Jede dieser Floskeln höhlt die positive Aussage aus, an der sie hängt. Weil sie unscheinbar daherkommen, überstehen sie oft auch ein sorgfältiges Gegenlesen durch die Betroffenen. Typische weitere Vertreter sind «weitgehend», «überwiegend», «im Wesentlichen» und «den Umständen entsprechend» — Letzteres deutet zusätzlich an, dass schon die Umstände schwierig waren.

Wirkung auf die Note

Jede Einschränkung senkt die betroffene Dimensionsnote um rund eine halbe Stufe. Mehrere einschränkende Wörter im selben Zeugnis summieren sich zu einer deutlich schwächeren Gesamtbewertung — oft entscheiden genau sie zwischen grüner und gelber Ampel.

Was tun?

Verlangen Sie die Streichung der einschränkenden Wörter, wenn Ihre Leistung konstant war. Die Argumentation ist stark: Das Klarheitsgebot verlangt eindeutige Aussagen — eine Bewertung gilt oder sie gilt nicht. Andeutungsweise Ausnahmen, die nicht benannt werden, sind unzulässig. Bestehen tatsächlich dokumentierte Ausnahmen, können Sie stattdessen eine neutrale Formulierung ohne wertende Andeutung aushandeln.

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