Was bedeutet eine fehlende Führungsbeurteilung im Arbeitszeugnis?
«Kaderfunktion ohne Beurteilung der Führungsleistung»
Was bedeutet das?
Wer Führungsverantwortung trug, hat Anspruch darauf, dass das Zeugnis die Führungsleistung ausdrücklich beurteilt: Wie hat die Person ihr Team geführt, entwickelt, motiviert? Fehlt diese Beurteilung bei einer Kaderfunktion vollständig, ist das ein klares Warnsignal — die Auslassung wird als Aussage gelesen: Über die Führung gab es nichts Gutes zu sagen. Für Bewerbungen auf Führungspositionen ist das besonders heikel, denn genau dort schauen Rekrutierende zuerst auf die Führungsbeurteilung. Unter den fehlenden Pflichtbausteinen wiegt dieser am schwersten. Das gilt für alle Führungsstufen — von der Teamleitung bis zur Geschäftsleitung — und auch für fachliche Führung ohne disziplinarische Verantwortung, sofern sie die Funktion geprägt hat.
Wirkung auf die Note
Die Vollständigkeitsdimension sinkt deutlich — die fehlende Führungsbeurteilung bei Führungsfunktion gehört mit der fehlenden Schlussformel zu den schwersten Auslassungen und kostet dort rund einen Punkt oder mehr. Zusätzlich fehlt der Leistungsbeurteilung ein zentrales Merkmal, was auch dort drückt.
Was tun?
Verlangen Sie die Ergänzung einer expliziten Führungsbeurteilung und liefern Sie die Fakten dazu: Teamgrösse, direkt unterstellte Personen, Entwicklungserfolge, tiefe Fluktuation, erfolgreiche Rekrutierungen. Der Anspruch auf ein vollständiges Zeugnis (Art. 330a OR) umfasst alle wesentlichen Aspekte der Tätigkeit — bei einer Kaderfunktion gehört die Führung zwingend dazu. Ohne diese Ergänzung ist das Zeugnis schlicht unvollständig.
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