Was bedeutet «im gegenseitigen Einvernehmen» im Arbeitszeugnis?
«verlässt uns im gegenseitigen Einvernehmen»
Was bedeutet das?
Diese Austritts-Formulierung ist ein möglicher — ausdrücklich: möglicher — Hinweis auf eine Aufhebungsvereinbarung oder eine konfliktbedingte Trennung. «Im gegenseitigen Einvernehmen» wird gern gewählt, wenn weder «auf eigenen Wunsch» noch eine Kündigung durch den Arbeitgeber zutreffen soll. HR-Fachleute stellen dazu im Vorstellungsgespräch gern eine Nachfrage. Wichtig ist die nüchterne Einordnung: Die Formulierung kann auch schlicht zutreffen, etwa bei einvernehmlichen Umstrukturierungen oder befristeten Übergangslösungen. Sie ist ein Anlass zum Hinschauen, kein Beweis für einen Konflikt — Dramatisierung wäre hier fehl am Platz.
Wirkung auf die Note
Hinweis: Die Formulierung hat keine direkte Notenwirkung auf die Dimensionen. Ihr Risiko liegt im Bewerbungsprozess — sie provoziert Nachfragen zum Austrittsgrund, auf die Sie eine konsistente, glaubwürdige Antwort brauchen.
Was tun?
Zwei Wege: Trifft die Formulierung nicht zu — Sie haben regulär gekündigt —, verlangen Sie die Korrektur zu «verlässt uns auf eigenen Wunsch»; der Austrittsgrund darf nur auf Ihren Wunsch hin genannt werden und muss dann stimmen. Trifft sie zu, lassen Sie sie stehen und bereiten Sie stattdessen eine kurze, ehrliche Erzählung für Nachfragen vor. Ein erklärbarer Austrittsgrund schadet selten — eine widersprüchliche Geschichte schon.
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