Was bedeutet ein verspätetes Ausstellungsdatum auf dem Arbeitszeugnis?
«deutlich verspätetes Ausstellungsdatum»
Was bedeutet das?
Ein Schlusszeugnis trägt üblicherweise das Austrittsdatum oder ein Datum in dessen unmittelbarer Nähe. Liegt das Ausstellungsdatum Monate danach, wirft das Fragen auf: Musste das Zeugnis eingefordert werden? Gab es Verhandlungen über den Inhalt? Wurde nachträglich korrigiert? Nichts davon muss der Fall sein — Verzögerungen entstehen auch durch überlastete HR-Abteilungen oder Ferienabwesenheiten. Aber das Datum steht auf dem Dokument, und aufmerksame Leserinnen und Leser registrieren die Lücke. Ein deutlich verspätetes Datum lädt zu Spekulationen ein, die das Zeugnis inhaltlich gar nicht hergibt. Heikel wird es zusätzlich, wenn zwischen Austritt und Ausstellung eine Auseinandersetzung um den Zeugnisinhalt lag: Das Datum dokumentiert sie ungewollt mit.
Wirkung auf die Note
Hinweis: Die Formdimension sinkt leicht (Plausibilität des Ausstellungsdatums ist ein Formprüfpunkt). Direkter Notenschaden ist gering — das Risiko liegt in der Nachfrage im Vorstellungsgespräch und im Eindruck, das Zeugnis sei umkämpft gewesen.
Was tun?
Bitten Sie bei einer Neuausstellung oder Korrektur darum, das Zeugnis auf das Austrittsdatum zu datieren — das ist bei nachträglichen Korrekturen üblich und zulässig, denn massgeblich ist der Beurteilungszeitraum, nicht der Druckzeitpunkt. Für die Zukunft: Fordern Sie Ihr Zeugnis aktiv auf den Austrittstermin hin ein, am besten schriftlich einige Wochen davor. So entsteht die Lücke gar nicht erst.
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