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Verhaltens-Code

Was bedeutet es, wenn die Vorgesetzten in der Verhaltensbeurteilung fehlen?

«Verhaltensbeurteilung ohne Nennung der Vorgesetzten»

Was bedeutet das?

Die vollständige Verhaltensbeurteilung nennt drei Anspruchsgruppen in fester Reihenfolge: Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, Kundschaft. Fehlen die Vorgesetzten in dieser Aufzählung — oder stehen sie entgegen der Konvention an letzter Stelle —, lesen HR-Fachleute daraus ein belastetes Verhältnis zur Führung. Das ist eine der folgenreichsten Auslassungen der Zeugnissprache, weil sie fast jedes Vorstellungsgespräch auf die Frage lenkt, wie es denn mit dem Chef war. Wichtig für die Einordnung: Das Signal gilt nur, wenn eine Verhaltensbeurteilung mit Aufzählung tatsächlich vorhanden ist. Fehlt die Verhaltensbeurteilung als Ganzes, ist das ein anderes Thema — ein fehlender Pflichtbaustein.

Wirkung auf die Note

Kritisch: Dieser Befund deckelt die Gesamtnote bei 4.0 — ein formal noch so schönes Zeugnis kommt damit nicht mehr über eine gelbe Ampel hinaus. Zusätzlich sinkt die Verhaltensdimension um eine halbe bis ganze Note.

Was tun?

Verlangen Sie die vollständige Aufzählung in der üblichen Reihenfolge: «Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen sowie Kunden war stets einwandfrei.» Die Begründung ist stark: Die Auslassung wird in der Praxis zwingend als Andeutung gelesen und verletzt damit das Klarheitsgebot — unabhängig davon, ob sie beabsichtigt war. Gerade weil die Lücke auch versehentlich entstehen kann, lohnt sich die freundliche Nachfrage: Oft wird sie anstandslos geschlossen.

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