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Verhaltens-Code

Was bedeutet nur «korrektes Verhalten» im Arbeitszeugnis?

«sein Verhalten war korrekt»

Was bedeutet das?

«Korrekt» ist das Minimum, das sich bescheinigen lässt, ohne zu lügen: Die Person hat sich an die Regeln gehalten — mehr wollte der Arbeitgeber nicht sagen. In der fein abgestuften Skala der Verhaltensbeurteilung steht «korrekt» (wie auch «anständig») ganz unten bei den noch positiven Wörtern: kühl, distanziert, nach verbreiteter Lesart konfliktbehaftet. Ein wohlwollendes Zeugnis schreibt «stets einwandfrei» oder «vorbildlich». Der Abstand zwischen diesen Wörtern ist Programm — wer «korrekt» wählt, kennt die Skala und hat sich bewusst für die unterste Stufe entschieden.

Wirkung auf die Note

Deutliche Abwertung: Die Verhaltensdimension fällt auf etwa Note 3 — in den ungenügenden Bereich. Mit 25 Prozent Gewicht zieht das die Gesamtnote spürbar nach unten; zusammen mit weiteren Signalen (fehlende Vorgesetzten-Nennung, kühle Schlussformel) kippt die Ampel Richtung Rot.

Was tun?

War das Verhältnis tatsächlich unbelastet, verlangen Sie eine Aufwertung auf «stets einwandfrei» oder «vorbildlich» — mit dem Argument, dass «korrekt» in der Zeugnispraxis als codierte Distanzierung gelesen wird und damit das Klarheitsgebot verletzt. Gab es einen echten Konflikt, haben Sie dennoch Anspruch auf eine neutrale, nicht codierte Formulierung: Das Zeugnis darf Differenzen nicht durch Andeutungen transportieren. Auch hier gilt der Korrekturanspruch nach Art. 330a OR.

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