Zeugnis-Check
Gastronomie

Arbeitszeugnis Koch: Muster, Formulierungen und Note

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Ein Gardemanger im Bankettgeschäft und ein Entremetier im À-la-carte-Betrieb üben faktisch zwei verschiedene Berufe aus. Steht im Zeugnis nur, jemand habe als Koch in der Küche mitgearbeitet, ist die Beurteilung darüber nicht lesbar, so wohlwollend sie auch formuliert sein mag. Nötig sind der Posten in der Brigade, die Art der Küche und der Umfang der eigenen Verantwortung für Warenfluss und Hygiene. Die Grundbildung allein trägt diese Information nicht: Zwischen dem Alleinkoch in einem Landgasthof, dem Chef de partie in einem Hotel mit mehreren Restaurants und der Produktionsküche eines Alters- und Pflegeheims liegen Welten. Erst der Rahmen macht die Note verständlich.

Auch gesucht als: Köchin, Chef de partie, Sous-Chef, Küchenmitarbeiter mit EFZ, Alleinkoch (Koch EFZ)

Typische Aufgaben als Koch

Diese Tätigkeiten gehören in den Aufgabenteil des Zeugnisses. Was dort fehlt, existiert für die lesende Person nicht.

  • Mise en Place für den zugeteilten Posten vor jedem Service aufbauen und kontrollieren
  • Bons abrufen und Speisen à la minute zubereiten, Garpunkte und Anrichtezeiten aufeinander abstimmen
  • Fonds, Saucen und Grundzubereitungen nach Rezeptur und Grammatur ansetzen
  • Warenannahme mit Kontrolle von Frische, Temperatur und Herkunftsdeklaration
  • Selbstkontrolle nach HACCP führen, Kühlketten und Temperaturen protokollieren
  • Allergene und Zusatzstoffe deklarieren, Sonderwünsche und Diätkost umsetzen
  • Tages- und Wochenkarte mitgestalten, saisonale Produkte einplanen
  • Lernende und Praktikanten am Posten anleiten und ihre Arbeitsschritte prüfen
  • Bestellungen, Inventar und Foodcost des eigenen Bereichs im Blick behalten

Formulierungen im Arbeitszeugnis als Koch

Beispielsätze mit der Note, die sie in der Schweizer Zeugnispraxis ergeben, und der Begründung dazu.

sehr gut

«Herr Muster führte seinen Posten jederzeit selbstständig und behielt auch bei voll besetztem Restaurant und zahlreichen gleichzeitig laufenden Bons die Übersicht über Garpunkte, Anrichtezeiten und Übergabe an den Service.»

«Jederzeit selbstständig» ist die oberste Stufe, doch getragen wird der Satz vom zweiten Teil. Er bewertet den Koch an dem Moment, der den Beruf ausmacht: dem Andrang während des Service. Wer eine Brigade zusammenstellt, sucht genau diesen Nachweis, weil sich alles andere anlernen lässt, das Arbeiten im Takt einer vollen Küche aber nicht.

sehr gut

«Die Vorgaben der Selbstkontrolle setzte sie vorbildlich um; Kühlketten, Rückstellproben und Temperaturprotokolle waren bei jeder Kontrolle lückenlos.»

«Vorbildlich» ist das stärkste Wort der Verhaltens- und Sorgfaltsbewertung. In der Küche wiegt es besonders schwer, weil die Lebensmittelsicherheit der einzige Bereich ist, in dem ein Betrieb kein Restrisiko tragen kann. Ein solcher Satz nimmt einer neuen Küchenleitung die Sorge, die sie bei einem Quereinsteiger oder einem knapp formulierten Zeugnis immer behält.

gut

«Sie beherrschte die klassischen Garmethoden und richtete die Teller sauber und nach unseren Vorgaben an.»

Beherrschen und sauber arbeiten sind solide Feststellungen ohne Steigerung, das ergibt ein Gut. Auffällig ist, was nicht dasteht: kein Wort zu eigenen Ideen, zur Mitarbeit an der Karte oder zur Produktkenntnis. In einem Küchenzeugnis markiert dieses Schweigen die Grenze zwischen einer verlässlichen Kraft am Posten und einer Person, der man einen eigenen Bereich anvertraut.

genügend

«In ruhigen Servicephasen arbeitete er zuverlässig.»

Eine Bewertung mit eingebauter Bedingung. Der Satz lobt die Zuverlässigkeit ausgerechnet für jene Zeiten, in denen sie am wenigsten gefordert ist, und schweigt über den Abendbetrieb. Für jede Person, die schon eine Küche geführt hat, ist damit alles gesagt: unter Druck stimmte es nicht. Wenige Wörter reichen hier für eine deutliche Abwertung.

ungenügend

«Er war stets bemüht, die Mise en Place rechtzeitig fertigzustellen.»

«Bemüht» bescheinigt Anstrengung ohne Ergebnis, und der Bezug macht es schlimmer: Die Mise en Place ist keine Kür, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Service überhaupt starten kann. Wer sie nur anstrebte, war zur Öffnung nicht bereit. Dieser Satz gehört zu den wenigen, die ein Bewerbungsdossier in der Gastronomie sofort erledigen.

Häufige Fallstricke im Zeugnis als Koch

Posten und Küchenart fehlen

«Mitarbeit in der Küche» beschreibt vom Rüsten bis zur Patisserie alles. Ohne Angabe des Postens, der Betriebsart (à la carte, Bankett, Gemeinschaftsgastronomie) und der Grösse der Brigade kann niemand einschätzen, was Sie tatsächlich gestemmt haben. Bitten Sie um eine Präzisierung, die Ihren Bereich, Ihre Stellvertretungen und die üblichen Servicezeiten benennt.

Diesen Zeugnis-Code nachlesen: «pauschale, generische Aufgabenbeschreibung»

Gelobt wird die Geselligkeit

Wird Ihnen im Zeugnis vor allem ein geselliges Wesen oder ein Beitrag zum Betriebsklima bescheinigt, ist das in der Gastronomie doppelt heikel. Der Code steht traditionell für Alkohol am Arbeitsplatz, und ausgerechnet in einem Betrieb, in dem Wein und Spirituosen zum Arbeitsmaterial gehören und der Absacker nach dem Service dazugehört, liest ihn jede Küchenleitung sofort in dieser Richtung. Verlangen Sie eine sachliche Aussage zur Zusammenarbeit in der Brigade.

Diesen Zeugnis-Code nachlesen: «galt als geselliger Mitarbeiter, der zur Verbesserung des Betriebsklimas beitrug»

Die Anleitung von Commis und Lernenden fehlt

Wer einen Posten verantwortet, führt in aller Regel auch Leute: Commis, Praktikanten, Lernende, an ruhigen Tagen die halbe Brigade. Fehlt dazu jede Aussage, wirkt Ihre Rolle wie reine Ausführung ohne Verantwortung. Das kostet Sie den nächsten Schritt zum Chef de partie oder Sous-Chef, weil die Führungserfahrung im Papier schlicht nicht existiert.

Diesen Zeugnis-Code nachlesen: «Kaderfunktion ohne Beurteilung der Führungsleistung»

Kein Wort zu Hygiene und Selbstkontrolle

In einem Zeugnis aus der Küche ist das Schweigen über Sauberkeit und Selbstkontrolle die auffälligste Lücke überhaupt, weil hier der Betrieb selbst haftet. Wo die Aussage fehlt, ergänzt die lesende Person sie im Zweifel zu Ihren Ungunsten. Ein einziger Satz zur konsequenten Einhaltung der Hygienevorgaben schliesst diese Lücke.

Diesen Zeugnis-Code nachlesen: «zentrale Leistungsmerkmale ohne jede Aussage»

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Legen Sie Ihr Zeugnis neben ein Stelleninserat, das Sie interessiert. Verlangt der Betrieb Erfahrung im À-la-carte-Geschäft, Ihr Papier nennt aber weder Posten noch Küchenart, fehlt genau der Nachweis, auf den die Küchenleitung achtet. Zweitens die Belastbarkeit: In Kochzeugnissen fehlt am häufigsten eine Aussage darüber, wie jemand während des Service arbeitet, obwohl das die erste Frage jeder Küchenchefin ist. Drittens die Zeitangaben: Wer in Saisonbetrieben gearbeitet hat, braucht pro Anstellung ein eigenes Papier und sollte es beim Austritt einfordern, solange sich alle noch an die Saison erinnern.

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Häufige Fragen zum Arbeitszeugnis als Koch

Was muss in einem Arbeitszeugnis als Koch stehen?

Betriebsart und Küchenkonzept, der eigene Posten mit den dort verantworteten Zubereitungen, eine Beurteilung von Fachkönnen, Arbeitstempo und Hygiene sowie das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Brigade und Service. Dazu die Schlussformel. Der Anspruch auf ein wahres, wohlwollendes und vollständiges Zeugnis ergibt sich aus Art. 330a OR; vollständig heisst in der Küche, dass die für eine Bewerbung wesentlichen Angaben zu Posten und Verantwortung nicht fehlen dürfen.

Muss der Posten in der Brigade genannt werden?

Sie dürfen ihn verlangen, denn ohne Posten ist Ihre Erfahrung nicht einzuordnen. Saucier, Entremetier, Gardemanger und Patissier arbeiten mit unterschiedlichen Produkten, Techniken und Zeitfenstern. Bitten Sie um eine Ergänzung, die den Posten, allfällige Stellvertretungen und den Wechsel zwischen Posten festhält. Das ist eine sachliche Klarstellung und keine Schönfärberei, denn die Angabe entspricht der tatsächlichen Arbeit.

Habe ich nach einer Saisonstelle Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Ja. Der Anspruch besteht bei jedem beendeten Arbeitsverhältnis, auch bei einem befristeten Saisonvertrag im Winter- oder Sommerbetrieb. Fordern Sie das Zeugnis am Ende der Saison ein, solange die Küchenleitung Ihre Arbeit noch vor Augen hat. Wer erst Jahre später fragt, erhält meist ein blasses Papier, weil sich niemand mehr an einzelne Abende, Bankette oder Ihre Rolle im Team erinnert.

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